Lust auf Vorstadt

Text: Peter Baumgartner

Die Österreichischen Raumordnungskonfe­renz (ÖROK) hat 2019 eine Fachempfehlung zur Stärkung von Orts- und Stadtkernen veröffentlicht, die auf eine „Erleuchtung“ im Jahre 2011 zurückreicht. Es hat also etwas gedauert. Immerhin, dass die Attraktivität der Orts- und Stadtkerne als Wohn-, Wirtschafts- und Nahversorgungszentren schwindet und „scheinbar“ unaufhaltsam ist, wurde schon „geschnallt“. Das führte aber getreu der bisherigen Arbeitsgeschwindigkeit noch nicht zu konkreten Umlenkungen oder gar Zeitplänen, sondern zuerst nur zu „Fachempfehlungen“. Damit war der Misserfolg, den wir 2024 vielerorts noch immer sehen, vorprogrammiert: Ausgestorbene Stadtkerne und zubetonierte Vorstädte. Probleme kann man bekanntlich nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind (Einstein). In Österreich versucht man es trotzdem.

Oberstes Ziel der Raumordnung NEU ist deshalb seit geraumer Zeit „Die Stärkung und Belebung der Orts- und Stadtkerne“, um den Erhalt der Lebensqualität für die Wohnbevölkerung zu sichern. In vielen Gemeinden ist das auch eine der Grundlagen für den Tourismus. Dafür braucht es, so die Experten, eine Verschränkung von Wohnen, Nahversorgung, Wirtschaft, sozialen Einrichtungen und öffentlichen Freiräumen. Nur, inzwischen hat man sich alle Mühe gegeben, um eben das nachhaltig zu zerstören. Bis jetzt hat auch niemand ernsthaft vorgeschlagen, das Shopping-Center in der Vorstadt wieder niederzureißen. Vielleicht ist ja nur der Segregationswille etwas außer Kontrolle geraten. Die Suburbanisierung eine bewusst herbeigeführte Entwicklung, die wohl von der Mehrheitsgesellschaft mehr oder weniger freiwillig getroffen wurde und somit nicht x-beliebig änderbar ist. Zumindest nicht dann, wenn man davon ausgeht, dass es keine autoritäre Suburbanisierung war und eine örtliche Raumplanung nicht nach jeder Wahl mutwillig geändert wird. Möglicherweise entsteht eine Suburbanisierung auch dadurch, dass bestimmte Betriebe exkludiert werden, damit die Kernstruktur in eine gewünschte Richtung gelenkt wird. Sichtbar wird das insbesondere dort, wo eine soziale Exklusion stattfindet. Ist der „Ruaß“ (Kohlenstaub) an die Peripherie gedrängt, kann man ungestört im Gastgarten den Caffè Latte schlürfen. Blöd wird es nur, wenn man die Zentralität so weit ausreizt, dass man am Laufsteg der Eitelkeit keinen Caffè Latte mehr bekommt.

Das Schloss Kölnhof (anno 1378) in der Vorstadt von St. Veit an der Glan, hat eine wechselvolle Geschichte und steht unter Denkmalschutz. Schon im 16. Jhdt. entwickelte sich um das Schloss, außerhalb der Stadtmauer, ein kleines Dorf. Quelle: Peter Baumgartner

Egal aus welchen Gründen auch immer der Ortskern/Stadtkern „gesäubert“ wurde, es besteht zunächst kein Grund, die Vorstadt genau deshalb als „Glasscherbenviertel“ abzuwerten – vorausgesetzt die neue Bausubstanz ist menschlich. Im Gegenteil. Schon seit dem Mittelalter heißt es, „Bürger und Bauer trennt nur eine Mauer“ (normalerweise). Außerdem, einhergehend mit der zunehmenden Luftverschmutzung, macht Stadtluft schon lange nicht mehr frei. Vielleicht wird auch genau dann, wenn die Peripherie stärker frequentiert wird sichtbar, dass gewisse Immobilien in der Vorstadt unbemerkt und „unter der Hand“ ihre Besitzverhältnisse gewechselt haben. Bei größeren Städten, wo sich der Stadtkern entvölkert, weil das Siedlungsgebiet wächst, entstehen mehr oder weniger eigenständige Kulturräume in Zwischenstädten und in Abhängigkeit von der übergeordneten Stadtpolitik, müssen sich deshalb nicht zwangsläufig Parallelgesellschaften entwickeln. Es sei denn, Immobilienentwickler haben für sich die Überbauung von „Brownfield“-Flächen entdeckt. Ein Geschäftsmodell, dass sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Hat doch fast jedes Dorf eine „Leiche“ im Keller. Ist das nicht der Fall, könnte es sich lohnen, statt nur zu jammern und zwanghaft nach einer Innenstadtbelebung zu streben, das Gesamtbild einer Stadt zu sehen und auch für sich zu nützen. Stadtpolitik soll nicht nur für die „Innenstadt“ werben, sondern auch „Lust auf Vorstadt“ wecken. „Lust auf Vorstadt“, oder wie der US-Soziologe Robert Ezra Park sagte: „nosing around“. In der ganzen Stadt „herumschnüffeln“, könnte für Touristen und Einheimische gleichermaßen ganz neue Erfahrungen bringen. Auf diese Art stößt man vielleicht auf architektonische Diamanten, an deren Anblick man sich selbst dann erfreuen kann, wenn man selber (leider) nicht der Besitzer ist. Das Empfinden, „unser Schloss oder „unsere Burg“ muss noch keinen Besitzanspruch abbilden.

Das ursprüngliche Gebäude wurde im 18. Jhdt. zerstört und 1778 vom Hofarchitekten Johann Georg Hagenauer wiederaufgebaut. Kurze Zeit gehörte das Prachtschloss den St. Veiter Bürgern. Heute ist es Privatbesitz. Quelle: Peter Baumgartner

2020 hat Roberta Rio ihr Buch mit dem Titel „Der Topophilia Effekt“ veröffentlicht. Darin erzählt die Historikerin auf wissenschaftlicher Basis, wie Orte oder Gebäude auf uns (ein)wirken können. Durch ihre Geographie, durch ihre Architektur und sogar durch ihre Geschichte. Rio weiß die Geschichte eines Ortes zu verstehen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Ob die vermeintliche Liebe zu einem Ort Glück, Wohlstand, Hass, Krankheit oder gar den Tod bringt, kann tatsächlich eine bewusste Entscheidung gewesen sein. Es kommt allerdings darauf an, ob man die notwendige Sensibilität hat, die Zeichen zu erkennen und bereit ist, seinen Gefühlen zu vertrauen. Eigenschaften, die bei den Menschen leider zunehmend verschüttet werden. Dabei ist es für lebenslange Entscheidungen – und die Wahl der Ansiedlung ist oft eine solche, von größter Bedeutung, das Richtige zu tun. Für die Raumordnung ist das eine besondere Herausforderung und vielleicht wird sie von ihrem Personal genau deshalb nicht beachtet. Stattdessen wird weiter verbissen um die „Innenstadt“ gekämpft und viel Geld in „Projekte“ investiert. Möglicherweise werden so „Orte zum Verlieben“ mit einem Supermarkt verpflastert und ein Wohnsilo genau dort gebaut, wo deren Bewohner sicher nie glücklich werden können. Die Lust, den Genius loci eines Ortes zu ergründen, ist für jeden Menschen – auch für Raumplaner, entscheidend. Davon steht in den Empfehlungen der ÖROK leider keine Silbe. Vielleicht gelingt es gerade in einer Zeit, in der Menschen zunehmend die Orientierung verlieren, durch eine interdisziplinäre Raumordnung Orte zu schaffen, wo alle Menschen (und auch Tiere) wenigstens nicht krank werden. Derweil gilt noch immer: „Die Reichen wohnen, wo sie wollen. Die Armen wohnen, wo sie müssen“ (Hartmut Häußermann). Statt nur auf die „Innenstadt“, sollte man sich endlich um die Gesamtsicht kümmern.

mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa

Text: Peter Baumgartner

Beichten ist angesagt! „Wir“ haben wieder große Schuld auf uns geladen.
Quelle: Peter Baumgartner

Der 17. Jänner ist im österreichischen Kirchenjahr der “Tag des Judentums”, weil sich die Christen an ihre jüdischen Wurzeln erinnern sollen. Dazu gehört auch die „kritische Auseinandersetzung mit antisemitischen Darstellungen in Kirchen“. Überhaupt, „die theologische Verachtung des Judentums und in Folge die gesellschaftliche Abwertung seiner Gläubigen schuf über Jahrhunderte hinweg jenen Nährboden, auf dem das rassistische Gedankengut des Antisemitismus wachsen konnte“ – bis heute. Daran gilt es zu denken und Buße zu tun.

„Ich bekenne, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe; ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken“. Zu Ostern war in meiner Jugend immer Beichtzeit. Schon im Religionsunterricht davor wurde man nachdrücklich zur „Gewissenserforschung“ aufgefordert. Im Beichtstuhl galt es dann nach dem „Gelobt sei Jesus Christus“ mein „Unrecht“ zu bereuen. Ich bin mir zwar bis heute nicht sicher, ob der Priester die Zeit im Beichtstuhl nicht doch für ein Nickerchen genützt hat. Oft war er nämlich während meiner Beichte verdächtig still und bei 20-30 Kinder nacheinander… Zum Glück hat mir der Beichtvater meine Sünden dennoch immer „vergeben“. Gut, Todsünden hatte ich ohnehin nie zu bereuen und die paar „leichten“ Standardsünden… Ich hatte sie schon vorsichtshalber auf einen Schwindelzettel geschrieben, damit ich sie vor lauter Aufregung nicht vergesse. Aber ich glaube, ich habe schon im Moment des Bekenntnisses und der Reue neuerlich gesündigt. Typisch Mensch. Selbst ein Hund merkt sich, was er tun muss, um Leckerli zu bekommen. Die Erkenntnis der eigenen Unvollkommenheit hat mich zwar schon frühzeitig nicht glücklich gemacht, aber als ich bemerkt hatte, dass mein Beichtvater selber auch ein „armer Sünder“ ist (er hatte ein geheimes Kind), erkannte ich die Menschlichkeit und versuchte fortan – bis dato, wenigstens ohne schwere Sünden zu (über)leben.

Am 17. Jänner ist offensichtlich wieder generell Osterzeit/Beichtzeit für „die Kirche“, also für uns alle Christen angesagt. Man hat den Eindruck, alle Sünden der letzten 3000 Jahre stehen jetzt vor dem Jüngsten Gericht und „wir“, die Kirche, müssen jetzt Reue zeigen und um Vergebung bitten. Und ja, da hat sich allerhand angestaut. Von „lässlichen“ Sünden kann man da nicht mehr reden. Ein „Vater unser“ danach wird auch nicht ausreichen, um mit Gott ins Reine zu kommen. Aber Gott weiß bekanntlich schon, welche Sünden wir, die Kirche, begangen haben. Wahrscheinlich kennt er sie sogar besser als wir selbst. Aber egal: Wir waren letztes Jahr wieder oft pädophil, haben die Frauen missachten und vor 500 Jahren haben wir sogar die Kirchenwand in Millstatt mit einem antisemitischen Bild bemalen! Zum Erstaunen hat uns der Beichtvater als Buße nicht aufgetragen, das Pfui-Bild zu übermalen. Wir sollten nur einen Zettel dazu hängen und draufschreiben, warum das Bild so schiach gemalt wurde und wer damit beleidigen werden sollte. „So spreche ich dich los von all deinen Sünden. Gehe hin in Frieden“. Ein paar Tage nach der Buße bin ich flugs in die nächste Kirche gegangen und habe für den dort tätigen Beichtvater auch ein Pfui-Bild angefertigt.

So sind alle Kirchenvertreter in Österreich angetreten, um im Schatten des 7. Oktober 2023 „unser“ Unrecht an den Juden zu beichten. Theologe Prof. Martin Jäggle erinnert: „Jüdisches Leben ohne Angst ist ein wichtiger Indikator für die Humanität einer Gesellschaft.“ Und ich spüre wieder das Unbehagen im Beichtstuhl von damals. Ich soll etwas beichten, mein Unrecht eingestehen und um Vergebung für etwas bitten. Aber eigentlich weiß ich gar nicht, was ich angestellt habe. Gut, ich verstehe noch, dass man als Mitglied auch Mitverantwortung tragen muss. Nur, bei der Gelegenheit erlaube ich mir eben als christliches Mitglied der Gesellschaft zu ergänzen, jüdisches, palästinensisches Leben und überhaupt jedes Leben verdient, ohne Angst in einer humanitären Gesellschaft zu leben. Ich würde sogar meinen, selbst den „freiwilligen“ russischen Soldaten, die mit dem Segen einer in Österreich „staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft“ in der Ukraine als Kanonenfutter für einen Despoten dienen, sollte man die Angst nehmen, damit unsere Nachkommen in 1000 Jahren vielleicht nicht wieder für eine Sünde um Vergebung bitten müssen.

Radetzky-Marsch, marsch!

Text: Peter Baumgartner

Bundesministerin Klaudia Tanner bei der Voraufführung des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker in Begleitung zahlreicher internationaler Militärs. Bild: Arno Melicharek

Die Grüne Kulturverteidigungs-Abgeordnete hat eine eigene Vorstellung vom Neujahrskonzert – und teilt diese Vorstellung mit uns: Radetzky-Marsch geht gar nicht. Dieses Kriegsgetrampel in der heutigen Zeit und überhaupt diese Huldigung einer „Unperson“. Noch dazu pascht der ganze Saal dazu! Also echt jetzt. Schon war die schönste Boulevard-Schlagzeile geboren.

„Bliamale! Das hast super gemacht. Danke herzlich. 1000 Bussi!!! Mit Deinem Radetzky-Sager hast Du mir mindestens zwei Tage Ruhe verschafft. Die ganze rohe Volksmasse hat sich nur mit Dir beschäftigt. Du verdienst echt den Medien-Märtyrer-Orden in Gold.“ So ähnlich muss die Danksagung geklungen haben. Bei seltenen gewordenen Verschnaufpausen kennt Nehammers Dankbarkeit nämlich keine Parteigrenzen. Selbst Grüne können sich seiner Dankbarkeit sicher sein, wenn sie die Medien etwas von seiner Person ablenken. Mit dem Radetzky-Aufklärer hat die Grüne „Kulturexpertin“ sogar die versammelte Medienlandschaft auf sich konzentriert. Tagelang! Vom Leserbrief eines Adeligen bis hin zu den öffentlich-rechtlichen TV-Stationen. Dazu Postings ohne Ende. „Sollte ich heuer die Wahl gewinnen, mache ich die zur Zensurministerin“ – dachte sich wohl Nehammer.

Schon 1992 hat die UNESCO die Frage gestellt: „Wer entscheidet, an was wir uns erinnern?“ Da sollte man in Österreich schnell nachschärfen, bevor die grüne „Löschkultur“ noch größeren Schaden anrichtet.

Was war passiert? Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, ist alljährlich ein gesellschaftlicher Höhepunkt zum Jahresabschluss und gleichzeitig fulminanter Jahresauftakt. Das musikalische Großereignis ist unbezahlbarer Werbeträger für das Land. Mehr als 90 Länder sind an die TV-Übertragung angeschlossen. Diesmal verfolgten mehr als 1 Mio. Zuseherinnen allein in Österreich das Konzert live. An die 50 Mio. dürften es weltweit gewesen sein. Konzertkarten werden nur verlost und kosten bis zu 1.200 Euro. Die Tonträger vom Konzert sind beliebte Sammlerstücke. Kurzum, das Neujahrskonzert ist ein zentrales Kulturereignis in Österreich und strahlt in die ganze Welt aus – seit Jahrzehnten. Man sollte also entsprechend sorgsam mit diesem Juwel umgehen. Das ist der Grünen-Kultursprecherin allerdings wurscht. Genauso, wie ihr der Wert der 300-jährigen Wiener Zeitung egal war. Ihrer offensichtlichen Präferenz für schwarz/weiß geschuldet, sind ihr Traditionen, Geschichte und Erfolg einfach egal, wenn es darum geht, die eigene Meinung durchzusetzen. Und das macht sie wortgewaltig, damit man sie ja auch noch jenseits der Grenzen hört. Nach der Wiener Zeitung muss der Radetzky-Marsch verschwinden. Natürlich darf auch eine Kultursprecherin ihre Meinung äußern und es ist keineswegs schlecht, wenn jemand eine von der Regel abweichende Meinung vertritt. Im Gegenteil. Es gibt viel zu wenig Menschen mit eigener Meinung. Aber nicht nur in der Musik kommt es auf den Ton an. Auf schlechte Werbung im Ausland reagiert das offizielle Österreich normalerweise sehr verschnupft. Da landet man schnell im Nestbeschmutzer-Eck. Diesmal blieb alles still. Aber inzwischen hat es den Anschein, dass es nur noch auf die Lautstärke und nicht mehr auf den inhaltlichen Diskurs ankommt. Warum nicht gleich ein Andreas Gabalier-Liedchen am Neujahrskonzert? Aber vielleicht hat der auch schon mal eine Kugel abgefeuert.

DDSG-Dampfschiff „RADETZKY“ (параход „Радецки“)
Schon bei der Erhaltung der historischen Donaugeschichte zeigte sich Österreichs fehlende Erinnerungskultur. Mehr als 1 Mio. bulg. Kinder sorgten 1966 für den Erhalt dieser Geschichte. Dank ihnen ist die Kabine des österr. Kapitäns Dagobert Engländer heute noch zu besichtigen. Quelle: Historisches Museum/BG

Dabei könnte man aus grüner Sicht durchaus ein paar kreative Ideen zum Neujahrskonzert beitragen. Der Goldene Saal hat 1744 Sitzplätze und 300 Stehplätze – aber nur 10 (zehn) Plätze für Rollstuhlfahrer. Eine zeitgemäße Anpassung im Interesse körperlich behinderter Menschen sollte auch ein Grünes Anliegen sein. Es stellt sich auch die Frage, wie das offizielle Österreich, wie grüne Parlamentarier zu Kindern stehen, wenn ausgerechnet das Neujahrskonzert die Tore erst für 10-jährige Kinder öffnet und diese dann auch noch den vollen Preis zahlen müssen. Im Parlament wurden hingegen schon Säuglinge an der Mutterbrust gesichtet. Völlig still verhält sich die Grüne Interessensgenossenschaft in der Frage, ob und welchen Zugang zur heimischen Kultur man Flüchtlingen ermöglichen könnte.

Gerade im Hinblick auf die Integration sollte beispielsweise eine reservierte Loge beim Neujahrskonzert für Flüchtlinge eine lohnende Investition sein. Schlussendlich könnte man meinen, dass ROLEX als Hauptsponsor für das Neujahrskonzert aus grüner Sicht nicht gerade die erste Wahl ist. Gegenvorschläge hört man jedoch keine, weil auch für Grüne gilt: Geld stinkt nicht.

PolitikerInnen – Grüne vielleicht etwas mehr, sind wie Chamäleons. Oft wechseln sie die Farbe. Tarnen und täuschen ist ihre Strategie. Hören können sie sehr schlecht und ihre Schleuderzunge ist gefürchtet. Wird es für sie brenzlig, stellen sich einfach tot. Außerdem verfügen sie über eine biologische Nachahmungsfähigkeit, die ihre Persönlichkeit völlig ausradiert. Dazu kommen zwei hervorragende, voneinander unabhängige Augen – nur leider bekommen sie die Bilder im Kopf nicht zusammen.