Was die Pack trennt …

Die historische Konkurrenz zwischen Kärnten und Steiermark ist legendär und in Teilen war sie bis heute erhalten. Zumindest auf humoristischer Ebene, lag die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn noch immer auf der Pack.

Nun wurde aber von den Landesregierungen diesseits und jenseits der Pack ganz ernsthaft die „Wirtschafts-, Innovations- und Europaregion Südösterreich“ feierlich proklamiert. Sie wird repräsentiert von amtierenden Regierungsvertretern aus FPÖ, ÖVP und SPÖ. Selbst die unterschiedlichen Landtage vereinten sich bereits harmonisch zum gemeinsamen Fototermin. Die geographischen und ideologischen Grenzen der Bundesländer Kärnten und Steiermark haben sich somit praktisch in Luft aufgelöst und die Unüberwindbarkeit der Pack ist Geschichte. 1,8 Mio. Menschen sind jetzt in der „Area Süd“ vereint.

Kärnten und Steiermark haben am 15. September 2026 einen gemeinsamen Zukunftsraum beschlossen. Nicht mehr nebeneinander, sondern miteinander, lautet das strategische Ziel.
Bild: Land Steiermark/Robert Binder

Landesgrenzen sind erstmals seit der Römischen Provinzeinteilung keine Trennlinie mehr, sondern Auftrag zur Zusammenarbeit (gegen den Bund), so lautet die politische Agenda. Kein Nebeneinander, sondern ein Miteinander, bestimmt ab nun das gemeinsame Regieren. Auch die Wirtschaftskammern beider Länder ziehen an einem Strang.

Sie finden sogar: „Ein gemeinsamer Name schafft Identität und Sichtbarkeit“. Anbieten würde sich der Namen „Südösterreich“, weil er sich gut in die österreichische Bundesländer Aufzählung einfügt. Nur mit der gemeinsamen Sprache wird es vielleicht Anfangsschwierigkeiten geben. Wenn beispielsweise in der Budgetpolitik Steirer von „urassn“ bölln und Kärntner von „verplempern“ singen, gibt es möglicherweise unterschiedliche Ergebnisse. Immerhin hat man trotz „zuwi“ und „zamruckn“, schon eine gemeinsame Handlungsweise abgeleitet. Nun ist wohl dennoch nicht zu erwarten, dass man folgerichtig sofort eine gemeinsame Landesregierung etabliert und den Regierungssitz zentral in den Koralmtunnel verlegt, aber zumindest müsste jetzt Schluss sein mit der ständigen Kritik Kärntner Politiker und Medien, die andauernd von der „Steirischen Anmaßung“ reden, wenn sich Steirer für Kärntner einsetzen. Das würde doch der gerade ausverhandelten Gemeinsamkeiten für „Südösterreicher“ total widersprechen. Da ist es nur logisch, dass man nicht mehr despektierlich von „Einspruchstourismus“, sondern von Nachbarschaftshilfe sprechen muss. Zumindest wird man schwer erklären können, dass steirische Grenzgänger in Kärnten nicht erwünscht sind, wenn es gar keine Grenzen gibt.

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