„Europäische Freiheitsenergie“ versus regionale Mitbestimmung
Der Beschluss des EU-Parlaments steht fest – bessere Stromnetze für günstigere Energie. Der Weg dorthin ist für Kärntner Bürgerinitiativen nicht akzeptabel.
Die österreichische Energiepolitik und die heimische Energiewirtschaft suggeriert der Bevölkerung Autonomie und dass sie sich um die Versorgungssicherheit der österreichischen Wirtschaft und Haushalte kümmert. Das ist eigentlich auch ihre Kernaufgabe, doch die Energiepolitik wird nicht mehr in Österreich gemacht, sondern liegt in der Planung und Entscheidung Europas. Die Mitgliedstaaten können nur noch im Rahmen ihrer Mitbestimmungsrechte mitentscheiden. Was letztlich umgesetzt wird, entscheidet Brüssel und die Hauptaufgabe der heimischen Energiepolitik/Wirtschaft ist es, den Menschen zu erklären, was für sie gut ist.

Das sind harte Fakten und insbesondere für regionale Bürgerinitiativen kaum überwindbare Hürden, wenn sie mit den Plänen aus Brüssel nicht einverstanden sind. Eine Unterstützung der heimischen Politik gegen EU-Interessen ist nicht zu erwarten, weil es keine Mehrheit dafür gibt. Die blaublütige EU-Abgeordnete Anna Stürkh (NEOS), hat zwar noch nicht viel Erfahrung, weiß aber aus europäischer Perspektive, dass Österreich für Europa ein Transitland ist. Österreichs Grund und Boden wird für die europäische Energieunion gebraucht. Strom soll nicht an Grenzen halt machen, sondern im europäischen Netz zwischen Erzeuger und Verbraucher ungehindert fließen.

Natürlich soll nach den Beteuerungen der Kommission jeder Verbraucher auch vom günstigen und sauberen Strom profitieren, doch zuerst müssen die Transeuropäischen Energienetzwerke gebaut werden und das wird gerade mit der Überarbeitung der TEN-E-Verordnung maximal beschleunigt. Bereits Ende des Jahres 2026 soll alles beschlossen sein. Anna Sürkh hat die Vision von der „europäischen Freiheitsenergie“, die uns von Öl und Gas unabhängig machen soll. Das Europäische Parlament wird dafür die Weichen stellen, soviel steht fest. Und von den nationalen Regierungen und Parlamenten wird erwartet, dass sie europäisch denken, dann können sie die in Brüssel gestellten Weichen eventuell auch für nationale Interessen nützen. Der Österreich betreffende „prioritäre Elektrizitätskorridor“ ist die Nord-Süd-Stromverbindung und reicht von Irland über Österreich bis nach Portugal und Malta.
Informationsveranstaltung „Stoppt die 380/110 kV Freileitung“
3. Oktober 2026 9:00 bis 14:30 Uhr Stadtsaal Feldkirchen/Kärnten
Freier Eintritt
Die Bürgerinitiative für Kärnten und Osttirol „Lebensraum Kärnten ohne Hochspannungs-Stromfreileitungen (LKoS)“, kämpft neben zahlreichen anderen NGOs gegen das 380 kV-Transitnetz und versucht gemeinsam mit Experten Alternativen aufzuzeigen. Am 3. Oktober 2026 findet wieder eine Informationsveranstaltung statt, bei der sich alle Bürgerinnen und Bürger informieren und mit Experten diskutieren können. Resignieren ist für LKoS keine Alternative. Es geht um die Gesundheit und um die Umwelt künftiger Generationen. Man ist entschlossen, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um die zerstörerischen Pläne der Energiepolitik in Kärnten und Osttirol zu verhindern. Bitte Beilage beachten.









