Eine US-Familie auf Bildungsreise in Rom

Was haben Parteimitglieder und Katholiken gemeinsam? Egal was sie tun oder lassen, sie stehen immer unter dem besonderen Schutz ihrer Führung und werden selbst dann noch mit aller Liebe und Freundlichkeit empfangen, wenn sie längst in der Hölle braten sollten.

Ostern ist zweifelsfrei das wichtigste Kirchenfest des Jahres. Gleichzeitig zeigen sich ausgerechnet zu dieser Zeit die menschlichen Abgründe in ihrer vollen Konzentration.
Bild: Peter Baumgartner

Dad, was machen wir in dieser Stadt mit den vielen Kirchen? Mir ist langweilig. Da gibt es ja nicht mal einen Candy Shop. Ewan, mein Sohn, warte ab. Heute lernst Du die wichtigste Lektion fürs Leben. Aber das bringt mir eh alles unser Hauslehrer bei. Nein, mein Sohn, das Wichtigste lernst Du nur in Rom. Nur hier erfährst Du was „Urbi et orbi“ bedeutet. Und was kann man mit diesem Urbi machen? Das ist wie ein einzigartiger Zauberspruch. Er befreit Dich von allen Sündenstrafen. Du kannst praktisch das ganze Jahr der größte Verbrecher der USA sein, wenn Du zu Ostern nach Rom kommst, lässt Dich der Papst nach dem Zauberspruch wieder straffrei ziehen. Aber der Onkel Donald… Der ist nur für die Richter zuständig. Vor diesen Idioten kann er Dich beschützen. Aber vor dem Fegefeuer schützt Dich nur der Papst. Deshalb bin ich auch hier. Lerne mein Kind, jedes Jahr „Urbi et Orbi“ hören und das Himmelreich ist Dir sicher – egal was Du angestellt hast. Muss man dafür auch etwas bezahlen? Ja natürlich, hier stehen überall sogenannte „Tetzelkasten“ herum, da muss jeder sein Geld einwerfen. Wir überweisen es natürlich gleich der Vatikan Bank. Dafür werden wir von diesem großen Zauberer sogar persönlich empfangen. Und der ist ganz freundlich – egal was ich schon alle ausgefressen habe. Ich hab’s gecheckt Dad. Wenn ich groß bin werde ich so ein Kotzbrocken wie Du und lasse mich vom Papst von meinen Sündenstrafen befreien. Bravo mein Junge, Du kapierst schnell.

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