Cui bono

„Sicherheitsalarm! Österreichs Luftraum ungeschützt“. Als Begründung wurde ein seit Jahren bekannter Personalmangel beim Bundesheer angeführt. Die Schlagzeile sollte wohl die Sonntagsruhe (17.11.) stören und wie eine „Bombe“ bei den laufenden Regierungsverhandlungen einschlagen. Tatsächlich hat sie ihre Wirkung nicht verfehlt.

Jeder Terrorist könnte in unseren ungeschützten Luftraum eindringen, sagt der FPÖ-Wehrsprecher Volker Reifenberger. Dummheit als Waffe eingesetzt, hat eine zerstörerische Wirkung.
Bild: Lana Werner

Doch wenn es einen Zusammenhang zwischen der Katastrophenmeldung über die Sicherheitsgefahr und den laufenden Regierungsverhandlungen geben sollte, dann war es ein Schuss ins Knie. Es ist primitiv, den Regierungsverhandlern via Boulevardmedien auszurichten, was sie wie über hoheitliche Aufgaben vereinbaren sollen. Dennoch folgte reflexartig die altbekannte, gegenseitige Schuldzuweisung, die den jeweils anderen Parlamentarier blöd dastehen lässt. Lösungen sind so weiterhin nicht zu erwarten und es treibt den ratlosen Bürger weiter in die Politikverdrossenheit. Eine konstruktive Lösungsorientierung ist (auch) in der Landesverteidigung kaum möglich. Braucht es auch nicht? Die stärkste „Waffe“, die Ministerin Klaudia Tanner seit 2020 am Gürtel trägt, ist ohnehin das Scheckbuch. Mittlerweile ist alles in ihrem Wirkungskreis meterhoch mit Steuergeld zugeschüttet. Erst vor wenigen Wochen hat sich Tanners Parteikollege in Oberösterreich über Milliarden-Investitionen des Bundesheeres bedankt und sich darüber gefreut, „dass unser Land auch in Zukunft ein schlagkräftiger Standort sein wird“. Doch der Aufbauplan ÖBH 2032+ gleicht der Strategie einer Spedition, die 1000 LKW, aber keine Fahrer hat. Bei der „Mission Vorwärts“ geht es offensichtlich, gekrönt von einem öffentlich zelebrierten Award, um die Befriedigung wirtschaftlicher (Partei)Interessen und um „Wertschöpfung“. Und wenn danach beim 4-Mrd.-Budget kein Geld mehr für die personelle Ausstattung übrigbleibt, ladet man die Kreditkarte einfach beim Steuerzahler wieder auf. Es ist ja für unseren Schutz und zum Wohle unser aller Sicherheit. Gut, dass wir den European Sky Shield „nur“ finanzieren müssen, sonst müssten wir uns noch Personal bei der NATO ausleihen.

Ähnliche Beiträge

  • Aus Erfahrung nichts gelernt

    Text: Peter Baumgartner Sechzig Jahre und kein bisschen weise,Aus gehabtem Schaden nichts gelernt.Sechzig Jahre auf dem Weg zum GreiseUnd doch sechzig Jahr‘ davon entfernt.  (Curd Jürgens) Als in den 1990er Jahren die 1829 gegründete Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft (DDSG) am Altar der aufsteigenden Marktwirtschaft geopfert wurde, war es die vormals Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ), die ihre wirtschaftliche…

  • Ein neuer Europa-Patriotismus muss her!

    Nach mehr als 30 Jahren EU-Staatsbürgerschaft, ist die Entfremdung der Unionsbürger von ihrer Gemeinschaft größer als je zuvor. Dennoch ist die EU „stolz darauf“, dass ihr mehr als die Hälfte der Bürger das Vertrauen aussprechen. Es braucht eine völlige Neuordnung und umfassende Aufwertung der UNIONSBÜRGERSCHAFT. Das Ziel muss ein neuer Europa-Patriotismus sein, der auch von…

  • Schwimmendes Schweizermesser

    Nieten können Schiffe zusammenhalten – zweckmäßig einsetzen können sie sie nicht Die Entwicklung im Schiffbau vom Einbaum bis zum 400-Meter-Containerschiff und bis zum 7.600 Pax-Kreuzfahrer, ist tausende Jahre alt. Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung war, dass die Menschen keine Lust mehr hatten, ihren Krempel selber zu tragen und damit durch die Gegend zu laufen. Heute…

  • KLAGIFORNIA (1) AIRPORT

    Text von Peter Baumgartner. „Mit Haider ist kein Flughafen zukunftsorientiert auszurichten“, kritisiert 2006 der damalige Klubobmann der Kärntner Sozialdemokraten, LAbg. Peter Kaiser und fordert in seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied, dass alles getan werden muss, um ein Konzept für die weitere Entwicklung des Flughafens zu erarbeiten und umzusetzen. Hauptziel muss es sein, den Klagenfurter Flughafen unter…

  • Friss und stirb!

    „Der ökologische/biologische Landbau ist eine landwirtschaftliche Methode, bei der Lebensmittel unter Verwendung natürlicher Stoffe und Verfahren erzeugt werden und zu einer größeren biologischen Vielfalt und einer geringeren Wasser-, Luft- und Bodenverschmutzung beiträgt“ Sonderbericht`24: Europäischer Rechnungshof, Ökologischer/biologischer Landbau in der EU Für die Kommission ist die Steigerung dieser besonderen Form der Landwirtschaft ein wichtiges Ziel und…

  • „Fat Cat Day“

    Text: Peter Baumgartner Ranking-Listen lesen ist ein beliebter Volkssport. Das wissen auch die, die diese Listen schreiben. Der Vergleich, wer die fetteste Katze im Land ist, ist zwar nicht sehr geschmackvoll, aber den Medien scheint das Spiel Spaß zu machen. Übrigens, von 2007-2017 wurde Österreich sozialdemokratisch regiert. 2016 waren die Katzen schon genau so fett…