Versprochen – gebrochen

Bei vollmundigen Versprechungen ist immer Vorsicht geboten. Das Wissen österreichische Wählerinnen und Wähler schon seit dem „Ederer-Tausender“. Seit 1994 warten wir auf den Geldsegen und kaum jemand hat noch Hoffnung, dass die Multifunktionärin ihr Versprechen jemals einlösen wird. Beim (beinahe) „Spindelegger-Tausender“ waren die Wähler schon vorgewarnt und – entschieden sich trotzdem falsch. Inzwischen weiß jedes Kind, Wahlversprechen sind nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben stehen.

Überhaupt sind die meisten politischen Ansagen schon in dem Augenblick falsch, indem sie geäußert werden. Die Grönländer dürften schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben, denn bei denen ist selbst das 10.000er-Versprechen vom reichen US-Onkel nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Dennoch ist Aufmerksamkeit geboten. Typisches Merkmal der politischen Elite ist, dass sie mit dem Erzählten gegen das Erreichbare arbeiten. Für viele Wähler ist die Versuchung groß, dieser Täuschung auf den Leim zu gehen. Doch der Kater am Morgen darauf folgt gewiss.

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