Wir wollen gehört werden!

Am 17. Dezember 2024 hat die „Initiative Zukunft Görtschitztal“ (IZG) ihre ordentliche Generalversammlung abgehalten. Geprägt wurde die Versammlung vom „Jubiläum“ 10 Jahre HCB-Desaster und Multiorganversagen im Görtschitztal.

Der alte und neue Präsident Julius Scharf konnte berichten, dass das Budget des Vereins trotz zahlreicher Gerichtsverhandlungen ausgeglichen und weiterhin von mehreren Seiten Unterstützungsbereitschaft gegeben ist. Auch die Mitgliederzahl entwickelt sich positiv. Selbst aus den Nachbargemeinden kommt von betroffenen Bürgern die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Besonders erfreulich ist der konstruktive, grenzüberschreitende Erfahrungsaustausch mit Bürgerorganisationen in Slowenien, die ebenfalls massive Probleme mit der Zementindustrie haben.

Weniger positiv entwickelt sich der Vereinszweck, nämlich die Zukunft des Görtschitztales. Entgegen aller offiziellen Meldungen die da lauten: „Das Görtschitztal ist sauber“ oder „alles überwunden“, ist der HCB Ausstoß nach wie vor erheblich. Die Grenzwerte für die Luftschadstoffe sind zu hoch, das Verkehrsproblem nicht gelöst und vor allem ist die österreichische Zementindustrie Weltmeister im Verbrennen von „Ersatzbrennstoffen“. Eines der damit verbundenen Probleme ist der Quecksilber Ausstoß – im Görtschitztal ebenfalls ein ungelöstes Problem. In Summe kommt der Verein zum ernüchternden Ergebnis, dass die nach dem HCB-Desaster versprochenen Verbesserungen nicht nur nicht eingehalten wurden, sondern zusätzliche Probleme entstanden sind.

Mit Bedauern wird im Verein zur Kenntnis genommen, dass es weder einen politischen, noch einen nennenswerten medialen Rückhalt für die Umweltbewegung im Görtschitztal gibt. Die Gemeinde beschränkt sich auf die Entgegennahme von „Schweigegeld“ (Zitat). Man beruft sich dabei auf öffentliche Äußerungen im ORF durch die Bürgermeisterin Dörflinger (Kl. St. Paul). Dem Landeshauptmann von Kärnten, Peter Kaiser, wird unter Berufung auf slowenische Medienberichte vorgeworfen, dass er sich sogar im Nachbarland für eine Verschlechterung der Umwelt einsetzt und vor Ort die Herausgabe der Krebsstatistik verweigert.

Immer wieder wird seitens der Politik das „offene Ohr“ für die Bürger beschworen. Meist ist das Gegenteil der Fall. Unter Hinweis auf die mangelhafte Gesprächsbereitschaft, fordert die IZG ein, dass sie als kompetenter Partner gegenüber Politik, regionalen Mandataren und Alpacem wahrgenommen werden wollen. Außerdem will die IZG beim schon lange geplanten, aber noch immer nicht gebildeten Bürgerbeirat, mit am Tisch sitzen. Die IZG ist willens und in der Lage, sachkundige Beiträge im Sinne einer sauberen Zukunft im Görtschitztal beizutragen.

Die strategische Ausrichtung der Umweltorganisation IZG für das Jahr 2025 wird im Jänner besprochen und beschlossen. Klar ist dabei, es gibt kein weiter wie bisher.

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